Accra ( Ghana)

Joseph hat gewartet! Weil wir von Lagos nach Accra noch eine Zeitzone überfliegen, landen wir dann nur 45 Minuten zu spät. Die Einreiseformalitäten sind für afrikanische Verhältnisse unkompliziert.

Joseph fährt mit uns zum Ghana Institute of Linguistics Literaty and Bible Translation (GILLBT).
Diana wartet schon auf uns. Ich habe per Mail mit ihr korrespondiert und sie ist so nett und lieb, wie Sie auch schreibt. Wir bekommen zwei Räume, sogar mit einer kleinen Küche und Salon.
Sie gibt uns wichtige Informationen über Accra: Wasser, Versorgung usw.

Jetzt müssen wir erst mal zu Cedis (Währung) kommen, die im Ausland nicht zu bekommen sind. Joseph fährt mit uns nochmals los und sucht verschiedene Wechselstuben auf, aber es haben alle zu. Schließlich fährt er zu einem First Class Hotel und wir können einen Travellerscheck tauschen, obwohl wir keine Raumnummer im Hotel haben.      
 
Nun geht es erst mal darum, was zu essen zu finden. In der Nähe des GILLBT finden wir das Home Touch Restaurant und lassen uns nieder. Die Vielzahl der Deckenventilatoren ergibt ein noch erträgliches Klima. Iris und Simon probieren gleich Fufu. Ich spüre, dass Iris und Simon sich wohl fühlen!
Es ist 22.30 Uhr und ich sitze von den Füßen bis an die Glatze Autan-bespritzt vor unserer "Herberge". Es ist so warm, wie ich es wollte, obwohl mein T-Shirt an der Haut klebt. In unseren Zimmern haben wir einen "Casablanca" unter der Decke. Ich liege auf meinem Bett und der Schweiß läuft von den Brustwarzen über die Rippen, so dass ich nach 5 Minuten in einem nassen Bett liege.
Zum Frühstück machen wir uns Toast mit Rührei und beschließen anschließend Accra zu erkunden. Diana verabschiedet uns mit einem help yourself .
Wir finden gleich ein Taxi und lassen uns in die City fahren, suchen dann mit Hilfe unseres Reiseführers die Busstation, um die Modalitäten der Weiterfahrt nach Lome zu erkunden.
An dem angebenden Platz gibt es keine Busstation, wir fragen uns durch und eine jüngere Frau will uns zeigen, wo die Station ist. Nach einem längeren Fußmarsch durch Accra in der heißen Mittagssonne erreichen wir die Station und erfahren, wann der Bus am nächsten Tag fährt.


Straßenbild von Accra

Simon möchte der Frau einen kleinen Geldbetrag für ihre Hilfe geben, was sie aber strikt ablehnt mit dem Hinweis, dass es etwas Selbstverständliches ist, Gästen zu helfen.

Wir setzen uns zu ein paar alten Afrikanern in den Schatten, erholen uns erst mal und beobachten das Straßen- und Marktleben, denn fast jede Strasse ist auch ein Marktplatz. Unsere alten Sitznachbarn sprechen uns sofort an, woher kommt ihr, was macht ihr usw. Dann wollen sie wissen, was unsere erstandene Ananas in Deutschland kosten würde. (Ein Ghanaer wird wahrscheinlich eine ganze Woche auf dem Marienplatz in RV sitzen, bevor er von einem Ravensburger angesprochen wird!)
Nach der Besichtigung einer Fischerbucht in Accra fahren wir mit dem Taxi zu einem Beach außerhalb Accras. Man kommt für umgerechnet 1,50 € an jeden Ort der Stadt. Am Lindugi Beach gibt es sogar Stühle und einen Sonnenschirm. Ein Life Gard passt mit seiner Trillerpfeife auf, dass keiner den überwachten Bereich im Wasser verlässt. Der Ozean kann hier eine gewaltige Strömung und Brandung haben, ich habe da ganz persönliche Erinnerungen. Wir schätzen die Wassertemperatur auf 28 Grad - und das Ende Februar. So verbringen wir den Nachmittag mit Cola, Brandung und Menschen beobachten. Es müssen wohl Hunderte von Ghanaer(innen ) sein, die sich im tiefen Sand in modischer Sonntagskleidung zeigen. Simon ersteigert eine schicke bunte Hose für ca. 8 US$.
Ich sitze wieder abends vor unserer "Herberge" und der ca. 75 Jahre alte Nachtwächter begrüßt mich mit einem ehrlichen How are you. Er trägt hohe Militärstiefel und eine nichtmilitärische Uniform. Beim Abendessen - Fufu mit den Fingern- erzählt Iris von ihrer Rucksackreise durch Südamerika und ich erzähle von unserer Zeit in Burkina, so erfahren wir mehr von einander.