Reise durch Togo

Fahrt von Accra nach Lome


Wir sind früh in Accra aufgestanden und Joseph hat uns zur Flower Station gebracht. Nachdem wir einige eifrige Helfer, welche sich um unsere Rucksäcke kümmern wollten, erfolgreich abgewehrt haben, besorgen wir unsere Bustickets bis zur Grenzstation Afloa. Die Fahrt für die ca. 150 km kostet umgerechnet 3,- €. Es geht in rasanter Fahrt durch eine teilweise üppige Vegetation mit Bananen und Palmen. In Afloa bricht dann das befürchtete Chaos über uns herein - Tausende von Menschen, welche in alle Richtungen laufen, Verkäufer und viele "Helfer".

Jetzt heißt es den kleinen Rucksack vor die Brust, großer Rucksack auf den Rücken und alle Taschen zugeknöpft! Zu Fuß in Richtung Osten zur Grenze durch ein Gewirr von Soldaten, Grenzhütten, Zöllner habe ich dann die Übersicht verloren und weiß nicht mehr, ob ich noch in Ghana oder schon in Togo bin. Der Rucksack vom "armen" Simon wird zweimal zur Kontrolle ausgelehrt. Danach wäre Iris dran gewesen und dann erst ich, so haben wir uns angestellt, weil ich 250 000 Cedis in meiner dreckigen Unterwäsche versteckt habe und die Ausfuhr bei hoher Strafe verboten ist.
Wir haben Glück - "an mir ging der Kelch vorbei". Nachdem wir die Einreiseformalitäten erledigt und Iris zur Krankenschwester gemacht haben - weil ich den französischen Namen für Sozialpädagogin nicht weiß - meinen wir, jetzt sind wir durch! Das große Eisentor ist in 20 Meter Entfernung, aber noch einmal Rucksackinhalt von Simon kontrollieren und jedes Mal findet man großes Interesse an seiner LED Taschenlampe. Jetzt werden noch Verhandlungen mit fünf Leuten über den Taxipreis ins nahe Lome geführt. Ich prüfe die Zumutbarkeit des Preises, da ich keine Ahnung habe, wie weit es ist. Gefordert sind 6000 CFA und ich biete 2000 CFA, aber die Mittagssonne verkürzt dann meine Verhandlungsbereitschaft und wir einigen uns auf 4000 CFA (700 CFA = 1 €). Jetzt stehen wir mit dem Taxi 2 Meter vor dem Eisentor, nochmals 500 CFA Schmiergeld für den Mann am Tor und das Tor geht auf.
Diese ganze Grenzzeremonie hat mindestens 1 ½ Stunden gedauert, leider besteht ein absolutes Fotografierverbot.